Good Fairy-Bad Fairy

Auch dieser Beitrag ist ein kleiner Seitenhieb auf die „Eso-Szene“, aber es wird nicht mehr so ein wüstes Gebashe sein, Ehrenwort! Trotzdem – die Szene hat leider mit diesem Thema zu tun.

Angefangen hat die Thematik „Good Fairy-Bad Fairy“ für mich, als ich so etwa im Jahr 2013 ein Exerzitium begann und sämtliche Naturgeisterreiche bereiste – Erde, Feuer, Wasser, Luft, Geister des Frühlings, des Sommers, des Herbstes und des Winters (sehr eindrücklich war dabei eine Reise zur „Winterkönigin“, die ja in Andersons Märchen als ziemlich „eiskalt“ beschrieben wird). Ich ahnte damals schon, dass Naturgeister nicht in menschliche Moralvorstellungen gepackt werden konnten, aber für mich, der hier als Mensch rumstolpert, war es immer leichter, mit den „freundlichen“ Feen Kontakt zu halten. Trotzdem tauchten die „bad fairies“ ab und an auf und deuteten an, dass auch sie etwas von mir wollten.

Heute weiß ich, dass auch sie es wünschen, gewürdigt und respektiert zu werden. Ich erinnere mich an endlose Diskussionen in Foren und Fratzenbuchgruppen. Ein recht denkwürdiges Beispiel war, als eine Bekannte von mir, die selber Naturwesen zeichnet, eines ihrer Bilder in ein entsprechendes Forum hineinsetzte. Auf diesem Bild war ein Wesen zu sehen, das mit seinen großen Nachttieraugen und den riesigen Kiefern eher verstörend wirkte, und im Verlaufe dieses Threads äußerte sich eine typische „Esotrulla“ höchst betroffen darüber, dass dieses Geschöpf „noch nicht im Licht“ sei, und dass sie für seine „Erlösung“ beten werde. Jahre später geriet ich an eine Dame, die sich wahrscheinlich selber für eine inkarnierte Fee hielt und auf ihrer Seite nur blumige Avalonfantasien und Botschaften von „den lieben Feen“ postete. Damals war ich noch dumm genug, darauf hinzuweisen, dass Feen nicht nur lieb und nett sind, und erntete entsprechendes Gekakel.
Warum ich darauf so rumreite? Das ist eigentlich ganz einfach: das Helle und das Dunkle gehören zusammen. Dazu braucht man sich einfach nur das Ying-Yang-Zeichen anschauen, das witzigerweise sehr oft in der Esoterik verwendet wird. Eine Meditation über die Jahreszeiten reicht auch. Die Natur ist sowohl freundlich, hell und lebensspendend als auch wild, dunkel und Leben nehmend. Man denke an die Wirbelstürme, die zur Zeit, als dieser Beitrag verfasst wurde, in Texas und Florida einfielen. Und genau so sind die Geister der Natur. Sie sind amoralisch. Der Mensch teilt sie von seiner Warte aus in moralische Kategorien ein. Was an sich nicht so verkehrt ist, weil er sich schützen muss. Der Fehler ist, dass er das Dunkle komplett ausblendet. Aber ohne den Winter und den Tod kein Leben und keine Weiterentwicklung. Und irgendwer muss halt den undankbaren Job des Abmurksens oder des Einleitens des Zerfalles übernehmen. Sei es der Grim Reaper, der Boandlkramer oder der Unseelie Court. Sie alle lassen das, das den nächsten Winter nicht mehr übersteht, über die Klinge springen.

Was kann man tun? Eigentlich geht es nur um Ausgewogenheit und die Akzeptanz, dass die dunkle Zeit eben dunkel ist. Wer schamanisch arbeitet und in dieser Hinsicht sattelfest ist, kann ja mal die Kontaktaufnahme zu den dunklen Feen versuchen. Manche von ihnen entpuppen sich als lebensfreundlicher, als man so denkt, und einige wurden auch griesgrämig, weil sie nicht mehr geehrt werden. Sie zu achten und auch ihnen Ehrerbietung entgegenbringen würde meiner Meinung nach vieles zum Positiven verändern – verrückt, nicht wahr? Die Ehrung der Dunkelheit führt zum Licht!

In diesem Sinne ein schönes Mabon!

3 Gedanken zu „Good Fairy-Bad Fairy“

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