Der Wert der schamanischen Arbeit oder: „Mach was Gscheits“

Manchmal begegne ich auf meinen Werbekampagnen dummen Sprüchen wie „Arbeite was Gescheites“ oder „du zieht eh nur Leuten das Geld aus der Tasche“. Eigentlich sollte ich diese Aussagen, die sich eher nach hingerotztem Frust über diesen „Spinner“ anfühlen, ignorieren, aber aus verschiedenen Gründen dachte ich dann mal darüber nach, wie das hierzulande mit so „Freaks“ wie uns gehandhabt wird.

Als Reaktion auf das Gekeife habe ich mir einige alte ethnologische Filme über Schamanismus angesehen. In anderen Völkern wird der Schamane zwar auch etwas skeptisch wegen seiner Kräfte beäugt, aber ansonsten geachtet, wenn nicht sogar verehrt. Ein Teil von mir wünschte sich sehnlichst, dass es in unserer Gesellschaft auch so ist und ich persönlich Respekt und Anerkennung bekomme statt mir Beleidigungen von Leuten, die wahrscheinlich schon das dritte Weißbier intus hatten und einfach einem mal verbal in die Fresse hauen wollten, reinzutun. Der andere Teil hatte sogar Verständnis für die Leute, die solche Sätze äußerten. Zumal es in der Esoterikszene genug schräge Gestalten gibt, die nichts auf der Pfanne haben, aber mächtig Kohle verlangen. Und äußerlich sehe ich genau so aus für die. Der nächste Faktor ist unsere aufgeklärte Gesellschaft. Geister und so etwas…. Das haben wir doch längst hinter uns!

Wie geht man als „Interner“ mit so was um? Ganz ehrlich: mir tuts weh, weil ich in die schamanische Arbeit viel Herzblut stecke und eine Vision habe, die noch zu erfüllen ist. Aber ich verstehe auch den Spagat. Ein Freund von mir meinte in Facebook so sinngemäß, dass „wir“ die zweite Generation nach Castaneda, Harner und Co. Und immer noch Wegbereiter sind. In dieser Inkarnation wird es wahrscheinlich nicht mehr die Anerkennung für die Arbeit geben. Vielleicht gibt es in der Esoterikszene, so wenig ich die auch mag, einige, die zumindest ansatzweise die Kraft schamanischer Arbeit jenseits von nur Heilung und „Heya-Heya“-Gesängen verstehen. In diesem Sinne verbleibe ich mit den Worten des weisen Meisters Bon Scott Selig: „Ride on“